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Steuerliche Entlastungen

Freibeträge für Kinder

Die Kinderfreibeträge nach § 32 Absatz 6 Einkommensteuergesetz (EStG) dienen der verfassungsrechtlich gebotenen Steuerfreistellung des Existenzminimums eines Kindes im Alter von 0 bis 18 Jahren, teilweise auch darüber hinaus (entsprechend den Regelungen zum Kindergeld).

Im Laufe eines Kalenderjahres erhalten Eltern grundsätzlich Kindergeld. Kinderfreibetrag und Kindergeld werden nicht nebeneinander berücksichtigt beziehungsweise gezahlt. Das Finanzamt prüft im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung, ob die Anrechnung des gesamten Kinderfreibetrages für die Eltern günstiger ist.

Die Kinderfreibeträge basieren auf

  • dem sächlichen Existenzminimum für Kinder und
  • dem zu berücksichtigenden Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf.

Das sächliche Existenzminimum umfasst die Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts, wie Nahrung, Wohnen und Kleidungsbedarf eines Kindes. In Deutschland beträgt der volle Freibetrag zur Sicherung des sächlichen Existenzminimums für ein Kind 4.368 Euro im Jahr (je Elternteil 2.184 Euro).

Der Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf berücksichtigt einen Teil der Ausgaben für ein Kind zur individuellen Gestaltung der Freizeit und der Lernphasen bis hin zum Studium. Der volle Freibetrag beträgt jährlich 2.640 Euro (je Elternteil 1.320 Euro).

Zusätzliche gesetzliche Regelungen ergeben sich für die Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen für Kinder von Alleinerziehenden und für die Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen für Kinder von nicht verheirateten Eltern.
Die Freibeträge für Kinder mindern außerdem die Höhe des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer.

Freibetrag für Kinder in Ausbildung

Zur Abgeltung eines Sonderbedarfes können Eltern von volljährigen Kindern in Schul- oder Berufsausbildung, wenn diese auswärtig untergebracht sind, einen steuerlichen Freibetrag von bis zu 924 Euro geltend machen (§ 33a EStG). Voraussetzung ist, dass die Eltern für das Kind Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge für Kinder erhalten. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln im Rahmen der Ausbildungsförderung werden auf den Freibetrag angerechnet. Eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes über 1.848 Euro mindern den Freibetrag.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinerziehende können seit dem 1. Januar 2004 einen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1.308 Euro pro Jahr von der Summe ihrer Einkünfte abziehen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein minderjähriges oder volljähriges Kind gehört, für welches Anspruch auf Freibeträge für Kinder oder Kindergeld besteht. Während des Steuerjahres ist der Entlastungsbetrag bereits in der Lohnsteuerklasse II mit verrechnet. Wohnt der Steuerpflichtige in Haushaltsgemeinschaft mit einer weiteren erwachsenen Person, ist diese steuerliche Entlastung nicht möglich.

Betreuungsfreibeträge

Betreuungskosten für Kinder sind steuerlich absetzbar. Berufstätige Alleinerziehende und Doppelverdiener-Paare können für jedes Kind bis zum vierzehnten Geburtstag zwei Drittel der Kosten, maximal 4.000 Euro, steuermindernd geltend machen. Die Kosten werden als Werbungskosten berücksichtigt. Für Einverdiener-Paare und nicht erwerbstätige Alleinerziehende gilt: Betreuungskosten für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren können zu zwei Dritteln als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden (ebenfalls begrenzt auf 4.000 Euro).

HINWEIS: Aufwendungen für jede Art von Unterricht (auch Nachhilfeunterricht), für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie Ausgaben für die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (zum Beispiel für Fahrschule, Schreibmaschinenkurs) zählen nicht zu den Kinderbetreuungskosten. Nebenleistungen, die nicht unmittelbar der Betreuung dienen (zum Beispiel Fahrtkosten des Kindes) und Sachleistungen, die neben der Betreuung anfallen (zum Beispiel Verpflegung des Kindes) können ebenfalls nicht berücksichtigt werden.

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