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Präventionsprojekt Dunkelfeld

Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs im Dunkelfeld

Foto: Ein Mann mit einem Kind in der Straßenbahn

Kampagne des Präventionsprojektes Dunkelfeld »Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?«
(© Präventionsprojekt Dunkelfeld, www.kein-taeter-werden.de)

Das »Präventionsprojekt Dunkelfeld« bietet Behandlung für Personen, die eine sexuelle Neigung zu Kindern verspüren und von sich aus therapeutische Hilfe suchen. Die Therapie erfolgt kostenlos, anonym und steht unter Schweigepflicht. Seit Sommer 2011 gibt es auch ein Projekt in Sachsen: an der Universität in Leipzig. Seit Juni 2012 gibt es eine unter Schweigepflicht und anonym laufende Therapiegruppe. Ziel ist, das eigene Verhalten so zu kontrollieren, dass es zu keinem sexuellen Übergriff auf Kinder kommt.

Zahlen und Fakten

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge haben bis zu ein Prozent der Männer auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien. Das bedeutet, dass bei ihnen eine teilweise oder ausschließliche sexuelle Neigung im Sinne einer Pädophilie vorliegt. Demnach fühlen sich in Deutschland circa 250.000 Männer zwischen 18 und 75 Jahren sexuell zu Kindern hingezogen.

Die Ursachen einer Pädophilie sind weitgehend unbekannt. Tatsache dagegen ist, dass viele der Betroffenen - in der großen Mehrheit Männer- erhebliche Schwierigkeiten haben, mit ihrer sexuellen Präferenz zu leben. ln der Regel treten Unsicherheiten oder Ängste auf, wenn sie ihre Neigung erstmals bemerken. Viele der Betroffenen erkennen das Auftreten sexueller Gedanken an Kinder als Problem und wissen, dass deren Umsetzung tabu ist.

Vielen gelingt es nicht, ihre Neigungen dauerhaft zu kontrollieren. Sie nutzen Missbrauchsabbildungen im Internet (Kinderpornografie) oder begehen sexuelle Übergriffe auf Kinder. Die meisten solcher Straftaten bleiben im Dunkelfeld. Aktuellen Studien zufolge liegt die tatsächliche Anzahl sexueller Übergriffe in Deutschland mit etwa 60.000 Fällen jährlich rund fünfmal so hoch wie die offizielle Anzahl der von der Justiz erfassten Straftaten.

Mit dem »Präventionsprojekt Dunkelfeld« gibt es nun sachkundige und vertrauensvolle Ansprechpartner, die den Betroffenen helfen, verantwortungsvoll mit ihrer Neigung zu leben und bieten ihnen Therapien. Einbezogen in das Projekt werden alle Personen, die bislang keine Straftaten (sexuelle Übergriffe, Konsum von Kinderpornografie, etc.) begangen haben, aber befürchten, diese in der Zukunft zu begehen. Einbezogen werden auch diejenigen, die bereits Straftaten begangen haben, aber den Strafverfolgungsbehörden (noch) nicht bekannt sind und Personen, die eine Strafe vollständig verbüßt haben und damit nicht mehr unter Aufsicht durch die Justiz stehen.

Die Therapie erfolgt kostenlos, anonym und steht unter Schweigepflicht, wodurch die Hemmschwelle zur Teilnahme gesenkt werden soll. Im Verlauf der Therapie erhalten die Patienten Unterstützung beim Umgang mit Problemen, die sich aus ihrer Sexualität ergeben. Ziel ist es, keine sexuellen Übergriffe auf Kinder zu begehen und den Konsum von kinderpornografischem  Material zu unterlassen. Im Verlauf der Therapie erlernen die Patienten daher die angemessene Wahrnehmung  und Bewertung ihrer sexuellen Wünsche und Bedürfnisse, die Identifizierung und Bewältigung gefährlicher Entwicklungen sowie Strategien zur Verhinderung von sexuellen Übergriffen.

Die Therapie findet wöchentlich in Gruppen sowie bei Bedarf auch in Einzelgesprächen  und unter Einbeziehung Angehöriger statt. Die Behandlung folgt einem strukturierten Therapieplan, berücksichtigt aber die individuellen  Bedürfnisse und erfolgt in Absprache mit den Patienten. Das therapeutische Vorgehen integriert verhaltenstherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die auch die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten.

Interessenten haben die Möglichkeit, sich zur Telefonsprechzeit oder per Mail an das Projektbüro zu wenden. Darüber hinaus bietet das Projektbüro ebenfalls Fachvorträge zum Thema Pädophilie an und steht auch als Ansprechpartner für allgemeine Informationen zum Thema »sexuelle Präferenzstörungen« bereit.

Telefonsprechstunde Präventionsprojekt Dunkelfeld in Leipzig

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Präventionsnetzwerk »Kein Täter werden«

Neuer Werbespot online

Ab sofort ist der aktuelle Spot des Präventionsnetzwerks online abrufbar. Der Spot soll für eine verursacherbezogene Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs werben und zeigen, dass die therapeutische Behandlung von Männern, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien haben, wirksam ist, um sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen vorzubeugen.

© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz