1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Förderung von Vorhaben der Altenhilfe

Der Freistaat Sachsen hat seine Förderung im Bereich der Altenhilfe auf drei Schwerpunkte konzentriert. Gefördert werden ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize, Angebote zur Unterstützung im Alltag  sowie Alltagsbegleiter.  

Darüber hinaus wurde das Projekt »Nachbarschaftshelfer« gemeinsam mit den Pflegekassen konzipiert.

Angebote zur Unterstützung im Alltag (niedrigschwellige Angebote)

Unterstützung und Entlastung können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sowie Pflegepersonen durch die Nutzung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag (bis 31. Dezember 2016 niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote genannt) erfahren.

Pflegebedürftige in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Zusätzlich können auch bis zu 40 Prozent des jeweiligen Leistungsbetrages der ambulanten Pflegesachleistung eingesetzt werden, soweit dieser nicht verbraucht wird. Nähere Informationen erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse.

Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag (niedrigschwellige Angebote) sowie Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen und des Ehrenamtes

Die Anbieter eines solchen Angebotes benötigen eine Anerkennung, um Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu erbringen. Eine Übersicht über die gegenwärtig anerkannten Anbieter können in der Pflegedatenbank im PflegeNetz Sachsen abgerufen werden.

Der Auf- und Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten sowie Initiativen des Ehrenamtes und der Selbsthilfe werden ebenso wie die Umsetzung neuer Modellvorhaben im Freistaat Sachsen seit mehreren Jahren gefördert.

Grundlage für die Anerkennung und Förderung ist die Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Anerkennung und Förderung von Betreuungs- und Entlastungsangeboten (Betreuungsangeboteverordnung).

Der Kommunale Sozialverband Sachsen ist zuständiger Ansprechpartner für die Anerkennung und Förderung.

Hospizarbeit

Hier finden Sie Angaben zur räumlichen Verteilung der hospizlichen und palliativen Versorgungsangebote in Sachsen (Näheres ist nachlesbar in der »Hospizstudie 2013«, zu finden nebenstehend unter »Publikationen/Berichte«):

Übersichtskarte Standorte stationäre Hospize im Freistaat Sachsen

Standorte der stationären Hospize im Freistaat Sachsen

Übersichtskarte Standorte ambulante Hospize im Freistaat Sachsen

Standorte von ambulanten Hospizdiensten im Freistaat Sachsen

Kartendarstellung

Leistungserbringer für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV-Teams) in Sachsen

Dass Menschen in der letzten Phase ihres Lebens von ihren Angehörigen begleitet und unterstützt werden, gehörte lange Zeit zu den Selbstverständlichkeiten des Zusammenlebens in der Familie.

Veränderte Familienstrukturen, Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen, aber auch neue Strukturen der medizinischen Versorgung und nicht zuletzt die Tabuisierung von Sterben und Tod machen es vielen Menschen schwer, ihre Angehörigen in der Phase des Sterbens zu begleiten. Sie bedürfen der Hilfe durch Institutionen und Initiativen, die sich der Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen widmen.

Die Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen lebt in ganz besonderer Weise vom Engagement und dem Idealismus vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer. Die Arbeit der Ehrenamtlichen muss jedoch gezielt fachlich angeregt, unterstützt und begleitet werden. Ihre Arbeit in der stationären wie in der ambulanten hospizlichen Versorgung wird auf der Basis von § 39a Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch (SGB V) von den Krankenkassen finanziert.

Zudem gibt es in Sachsen seit Jahren eine Landesförderung, um die Hospizversorgung zu unterstützen und weiter auszubauen. Näheres finden Sie nebenstehend unter »Rechtsvorschriften« in der »Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales zur Förderung von ambulanten Hospizdiensten und stationären Hospizen« (FRL Hospiz) vom 17. April 2007.

Seit 2007 gibt es den Landesarbeitskreis Hospiz (LAK Hospiz). Mitglieder des LAK Hospiz sind das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e. V., die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Landesverbände  der gesetzlichen Krankenkassen und  die kommunalen  Spitzenverbände. Der LAK Hospiz prüft die Konzeptionen von neuen ambulanten Hospizdiensten sowie neuen stationären Hospizen und gibt eine Empfehlung für die Landesförderung ab. Zugleich begleitet der LAK Hospiz die weitere Entwicklung der Hospizversorgung im Freistaat Sachsen fachlich.

Aktuell gibt es in 42 sächsischen Gemeinden 54 ambulant arbeitende Hospizdienste. Sechs davon sind Kinder-Hospizdienste.

Acht stationäre Erwachsenen-Hospize mit insgesamt 102 Plätzen befinden sich in den Orten Chemnitz, Erlabrunn, Falkenstein, Herrnhut, Leipzig, Oederan und Radebeul. Das einzige stationäre Kinderhospiz Sachsens liegt in Markkleeberg bei Leipzig (10 Plätze und 5 Elternwohnungen).

Alltagsbegleiter für Senioren

Alltagsbegleiter stehen betagten Menschen, die weder pflegebedürftig sind noch die Voraussetzungen nach § 45a Sozialgesetzbuch, Elftes Buch (SGB XI) erfüllen, im Alltag in ihrer eigenen Häuslichkeit unterstützend zur Seite. Sie helfen unter anderem beim gemeinsamen Einkauf und begleiten die Senioren bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung steht das Spazierengehen oder Vorlesen von Büchern genauso im Mittelpunkt wie der Besuch von Veranstaltungen oder der Gemeindeversammlung. Ziel ist, durch diese regelmäßige Begleitung und Unterstützung im täglichen Leben einer sozialen Isolierung vorzubeugen und den Verbleib im eigenen Wohnraum zu verlängern.

Für die Gewinnung und Vermittlung von Alltagsbegleitern und zu Betreuenden sind Projektträger zuständig. Projektträger können gemeinnützige Vereine, kommunale Gebietskörperschaften, Kirchgemeinden, Genossenschaften und Stiftungen sein.

Gefördert werden Vorhaben von Projektträgern, die mindestens fünf und mehr Personen akquirieren und an zu Begleitende vermitteln.

Rechtsgrundlage ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung von Alltagsbegleitern für Senioren vom 10. September 2013 (FRL Alltagsbegleiter).

Die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB) ist zuständiger Ansprechpartner für die Bewilligung von Projekten. Das Internetportal der SAB verweist auf die Fördermöglichkeiten sowie die einzureichenden Unterlagen.

Weiterführende Informationen sowie Voraussetzungen, wie Sie Alltagsbegleiter werden können oder wenn Sie Interesse haben, von einem Alltagsbegleiter unterstützt zu werden, erhalten Sie von der Koordinierungsstelle für Alltagsbegleitung .

Das Bild zeigt eine Sachsen-Karte mit den Standorten der Projekte für Alltagsbegleiter im Jahr 2016.

Standorte der Projekte »Alltagsbegleiter für Senioren« im Freistaat Sachsen

Nachbarschaftshelfer

Bereits seit 1. Januar 2014 können im Freistaat Sachsen auch Einzelpersonen als niedrigschwelliges Betreuungsangebot anerkannt werden. Nachbarschaftshelfer betreuen Pflegebedürftige stundenweise. Dabei aktivieren sie vorhandene Kompetenzen, stärken die Mobilität und strukturieren den Tagesablauf. Somit kann der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit für die betroffenen Personen verlängert werden und die Angehörigen können entlastet werden. Seit dem 1. Januar 2016 können Nachbarschaftshelfer ebenfalls Entlastungsleistungen erbringen. Die vorgenannten Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden seit dem 01.01.2017 Angebote zur Unterstützung im Alltag genannt.

Um als Nachbarschaftshelfer anerkannt zu werden, muss entweder ein Pflegekurs »Nachbarschaftshilfe Grundkurs« oder gleichwertige Erfahrungen oder Kenntnisse in der Versorgung von Pflegebedürftigen, zum Beispiel durch Erbringung eines Nachweises einer entsprechenden beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit gegenüber der eigenen Pflegekasse nachgewiesen werden. Die Kenntnisse müssen regelmäßig, mindestens alle drei Jahre, durch die Teilnahme an einem anerkannten Kurs oder im Rahmen einer von den Pflegekassen anerkannten Tätigkeit aktualisiert werden.

Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Unterstützung eines Nachbarschaftshelfers sowie weitere Informationen und Formulare erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse sowie von der Koordinierungsstelle Nachbarschaftshilfe.