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Förderung von Vorhaben der Altenhilfe

Der Freistaat Sachsen hat seine Förderung im Bereich der Altenhilfe auf drei Schwerpunkte konzentriert. Gefördert werden ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize, Angebote zur Unterstützung im Alltag  sowie Alltagsbegleiter.  Darüber hinaus wurde das Projekt »Nachbarschaftshelfer« gemeinsam mit den Pflegekassen konzipiert.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen und Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen

Das Leistungsangebot der sozialen Pflegeversicherung soll mit dem Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsangebote sowie Initiativen des Ehrenamtes und der Selbsthilfe und durch Modellvorhaben, die eine Erprobung neuer Versorgungskonzepte und Versorgungsstrukturen zum Ziel haben, ergänzt werden.

Unterstützung erhalten Pflegebedürftige und Personen mit einem erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung. Für die Inanspruchnahme von Betreuungs- und Entlastungsleistungen durch den vorgenannten Personenkreis werden von den Pflegekassen je nach Betreuungsaufwand bis zu 104 Euro monatlich (Grundbetrag) beziehungsweise bis zu 208 Euro monatlich (erhöhter Betrag) erstattet. Zusätzlich haben Pflegebedürftige die Möglichkeit, 40 % ihres nicht in Anspruch genommenen Sachleistungsbudgets für Betreuungs- und Entlastungsleistungen einzusetzen. Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse.

Der Auf- und Ausbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten sowie Initiativen des Ehrenamtes und der Selbsthilfe und die Umsetzung neuer Modellvorhaben werden im Freistaat Sachsen seit mehreren Jahren gefördert. Am 1. Januar 2016 trat die neue Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Anerkennung und Förderung von Betreuungs- und Entlastungsangeboten (Betreuungsangeboteverordnung - BetrAngVO) in Kraft.

Eines der zentralen Anliegen der neuen Verordnung ist die Sicherung der Qualität und die Förderung der Transparenz der niedrigschwelligen Angebote. Mit der neuen Verordnung wurden auch die bisherigen förderrechtlichen Regelungen verbessert.

Nachstehend erhalten Sie einen Überblick über die Fördermöglichkeiten:

Organigramm: Förderung gemäß der Betreuungsangeboteverordnung untergliedert in niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote, Initiativen des Ehrenamtes und der Selbsthilfe sowie Modellvorhaben zur Erprobung neuer Versorgungskonzepte und Versorgungsstrukturen.

Förderung gemäß der Betreuungsangeboteverordnung
(© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz)

Der Kommunale Sozialverband Sachsen ist zuständiger Ansprechpartner für die Anerkennung und Förderung niedrigschwelliger Betreuungsangebote und/oder Entlastungsangeboten sowie für die Förderung von Modellvorhaben und Initiativen des Ehrenamtes und der Selbsthilfe.

Hospizarbeit

Hier finden Sie Angaben zur räumlichen Verteilung der hospizlichen und palliativen Versorgungsangebote in Sachsen (Näheres ist nachlesbar in der »Hospizstudie 2013«, zu finden nebenstehend unter »Publikationen/Berichte«):

Übersichtskarte Standorte stationäre Hospize im Freistaat Sachsen

Standorte der stationären Hospize im Freistaat Sachsen

Übersichtskarte Standorte ambulante Hospize im Freistaat Sachsen

Standorte von ambulanten Hospizdiensten im Freistaat Sachsen

Kartendarstellung

Leistungserbringer für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV-Teams) in Sachsen

Dass Menschen in der letzten Phase ihres Lebens von ihren Angehörigen begleitet und unterstützt werden, gehörte lange Zeit zu den Selbstverständlichkeiten des Zusammenlebens in der Familie.

Veränderte Familienstrukturen, Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen, aber auch neue Strukturen der medizinischen Versorgung und nicht zuletzt die Tabuisierung von Sterben und Tod machen es vielen Menschen schwer, ihre Angehörigen in der Phase des Sterbens zu begleiten. Sie bedürfen der Hilfe durch Institutionen und Initiativen, die sich der Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen widmen.

Die Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen lebt in ganz besonderer Weise vom Engagement und dem Idealismus vieler freiwilliger Helferinnen und Helfer. Die Arbeit der Ehrenamtlichen muss jedoch gezielt fachlich angeregt, unterstützt und begleitet werden. Ihre Arbeit in der stationären wie in der ambulanten hospizlichen Versorgung wird auf der Basis von § 39a Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch (SGB V) von den Krankenkassen finanziert.

Zudem gibt es in Sachsen seit Jahren eine Landesförderung, um die Hospizversorgung zu unterstützen und weiter auszubauen. Näheres finden Sie nebenstehend unter »Rechtsvorschriften« in der »Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales zur Förderung von ambulanten Hospizdiensten und stationären Hospizen« (FRL Hospiz) vom 17. April 2007.

Seit 2007 gibt es den Landesarbeitskreis Hospiz (LAK Hospiz). Mitglieder des LAK Hospiz sind das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, der Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e. V., die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Landesverbände  der gesetzlichen Krankenkassen und  die kommunalen  Spitzenverbände. Der LAK Hospiz prüft die Konzeptionen von neuen ambulanten Hospizdiensten sowie neuen stationären Hospizen und gibt eine Empfehlung für die Landesförderung ab. Zugleich begleitet der LAK Hospiz die weitere Entwicklung der Hospizversorgung im Freistaat Sachsen fachlich.

Aktuell gibt es in 42 sächsischen Gemeinden 54 ambulant arbeitende Hospizdienste. Sechs davon sind Kinder-Hospizdienste.

Acht stationäre Erwachsenen-Hospize mit insgesamt 102 Plätzen befinden sich in den Orten Chemnitz, Erlabrunn, Falkenstein, Herrnhut, Leipzig, Oederan und Radebeul. Das einzige stationäre Kinderhospiz Sachsens liegt in Markkleeberg bei Leipzig (10 Plätze und 5 Elternwohnungen).

Alltagsbegleiter für Senioren

Alltagsbegleiter stehen betagten Menschen, die weder pflegebedürftig sind noch die Voraussetzungen nach § 45a Sozialgesetzbuch, Elftes Buch (SGB XI) erfüllen, im Alltag in ihrer eigenen Häuslichkeit unterstützend zur Seite. Sie helfen unter anderem beim gemeinsamen Einkauf und begleiten die Senioren bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung steht das Spazierengehen oder Vorlesen von Büchern genauso im Mittelpunkt wie der Besuch von Veranstaltungen oder der Gemeindeversammlung. Ziel ist, durch diese regelmäßige Begleitung und Unterstützung im täglichen Leben einer sozialen Isolierung vorzubeugen und den Verbleib im eigenen Wohnraum zu verlängern.

Für die Gewinnung und Vermittlung von Alltagsbegleitern und zu Betreuenden sind Projektträger zuständig. Projektträger können gemeinnützige Vereine, kommunale Gebietskörperschaften, Kirchgemeinden, Genossenschaften und Stiftungen sein.

Gefördert werden Vorhaben von Projektträgern, die mindestens fünf und mehr Personen akquirieren und an zu Begleitende vermitteln.

Rechtsgrundlage ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung von Alltagsbegleitern für Senioren vom 10. September 2013 (FRL Alltagsbegleiter).

Die Sächsische Aufbaubank – Förderbank (SAB) ist zuständiger Ansprechpartner für die Bewilligung von Projekten. Das Internetportal der SAB verweist auf die Fördermöglichkeiten sowie die einzureichenden Unterlagen.

Weiterführende Informationen sowie Voraussetzungen, wie Sie Alltagsbegleiter werden können oder wenn Sie Interesse haben, von einem Alltagsbegleiter unterstützt zu werden, erhalten Sie von der Koordinierungsstelle für Alltagsbegleitung .

Das Bild zeigt eine Sachsen-Karte mit den Standorten der Projekte für Alltagsbegleiter im Jahr 2016.

Standorte der Projekte »Alltagsbegleiter für Senioren« im Freistaat Sachsen

Nachbarschaftshelfer

Bereits seit 1. Januar 2014 können im Freistaat Sachsen auch Einzelpersonen als niedrigschwelliges Betreuungsangebot anerkannt werden. Nachbarschaftshelfer betreuen Pflegebedürftige sowie Personen mit einem erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung stundenweise. Dabei aktivieren sie vorhandene Kompetenzen, stärken die Mobilität und strukturieren den Tagesablauf. Somit kann der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit für die betroffenen Personen verlängert werden und die Angehörigen können entlastet werden. Seit dem 1. Januar 2016 können Nachbarschaftshelfer ebenfalls Entlastungsleistungen erbringen.

Um als Nachbarschaftshelfer anerkannt zu werden, muss entweder ein Pflegekurs »Nachbarschaftshilfe Grundkurs« oder gleichwertige Erfahrungen oder Kenntnisse in der Versorgung von Pflegebedürftigen, zum Beispiel durch Erbringung eines Nachweises einer entsprechenden beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit gegenüber der eigenen Pflegekasse nachgewiesen werden. Die Kenntnisse müssen regelmäßig, mindestens alle drei Jahre, durch die Teilnahme an einem anerkannten Kurs oder im Rahmen einer von den Pflegekassen anerkannten Tätigkeit aktualisiert werden.

Zum 31. März 2016 waren im Freistaat Sachsen 592 Nachbarschaftshelfer anerkannt.

Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Unterstützung eines Nachbarschaftshelfers sowie weitere Informationen und Formulare erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse sowie von der Koordinierungsstelle Nachbarschaftshilfe.